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Fast 300 Jahre Geschichte prägen den ZEHNTENHOF. Das stattliche |
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Bauernhaus wurde 1721 erbaut und bildete mit der Scheune und dem |
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grossen Hofplatz gegenüber der Kirche einen zentralen Punkt im Dorf |
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Illighauen. Aus dem Bauernhof entstand unter einem neuen Besitzer |
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ein Kulturzentrum, das jedoch nicht mit Erfolg gekrönt war. Beim Brand |
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des Kulturzentrums fiel die gesamte Liegenschaft ausser dem Bauern- |
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haus den Flammen zum Opfer. Über Jahre stand gegenüber der Kirche |
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eine Brandruine, bis die Brandursache geklärt war und ein neuer |
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Besitzer den Wiederaufbau in die Hand nahm. Am 1. November 1993 |
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mieteten Xaver Furrer und Ursi Gleixner, seine Partnerin, eine 4.5 |
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Zimmer-Wohnung im ZEHNTENHOF. |
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Bereits am 30. September 1992 wurde die Stiftung SOS im Notariat |
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in Kreuzlingen durch den Hauptinitianten gegründet. |
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Anfangs 1994 wurde das Zentrum im Hauptgebäude von der Stiftung SOS |
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restauriert und es entstand das Begegnungszentrum ZEHNTENHOF, das |
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am 15. Juli 1994 der Dorfbevölkerung, den kantonalen Politikern und |
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Führungsmitgliedern der verschiedenen Kliniken am Tag der offenen |
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Tür vorgestellt wurde. |
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Im Jahr 1997 konnte der ZEHNTENHOF von der Stiftung SOS gekauft |
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werden und es begann die Innen- und Aussenrenovation, die erst im Jahr |
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2005 abgeschlossen werden konnte. Mit dem Kauf des sogenannten |
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Badehäuschens am oberen Ende des ZEHNTENHOFS war nun die Liegen- |
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schaft wieder in die alten Grenzen zurückgeführt. Xaver Furrer und |
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Ursi Gleixner heirateten und zogen in das umgebaute "Badhüsli", das mit |
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einem Wintergarten erweitert wurde. |
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Der barocke Rosengarten mit Pavillion und Springbrunnen lädt zum |
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Verweilen ein. Hier kann die Seele Kraft und Erholung finden. Dies ist das |
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Werk von Ursi Furrer, die hier ihr grosses Wissen und Können |
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verwirklichen durfte. |
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Die Entwicklungsgeschichte der Stiftung SOS ist stark mit dem Gründer |
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Xaver Furrer verbunden. 1977 hatte er einen Reitunfall mit der Diagnose |
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Querschnittlähmung L2. Dadurch wurde er aus seinem erfolgreichen |
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Geschäftsleben herausgerissen, weil auf die Lähmung der Rollstuhl folgte. |
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Während seiner Rehabilitation konnte die Motorik wieder soweit aktiviert |
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werden, so dass er nicht mehr auf den Rollstuhl angewiesen war. |
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Die psychische Belastung blieb jedoch bestehen, weil durch die Beschä- |
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digung des zweiten Lendenwirbels das Gefühl in den Beinen nicht mehr |
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zurückkam. Als Reaktion darauf folgte eine dreijährige Suchtgeschichte |
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mit Morphium-, Medikamenten-, Alkohol- und Nikotinabhängigkeit. |
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Seine Kinder suchten eine Therapie für ihren Vater. Doch erst nach |
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mühsamen Suchen fanden sie eine Selbsthilfegruppe, die eine Wende |
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in seinen Suchtablauf brachte. |
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Durch diese Erfahrungen liess Xaver Furrer der Gedanke nicht mehr |
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los, eine Institution zu schaffen, die aktiv Hilfe anbietet und über den |
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ganzen Kanton bekannt ist. |
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Er bildete sich nun weiter, um das nötige Know-How für sein Ziel |
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zu erreichen. So besuchte er in München Logotherapie-Seminare bei |
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Fr. Dr. Lukas. Danach gründete er im ganzen Kanton Selbsthilfe- |
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gruppen und leitete diese selbst, bis er einen guten Nachfolger ge- |
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funden hatte. |
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Als Präsident der Ehemaligenorganisation der Forelklinik 'SOBRIETAS |
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Thurgau' baute er das Sozialnetz im Thurgau mit dem Namen |
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'Selbsthilfe-Organ-Sobrietas TG', kurz SOS genannt, auf. |
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1992 gründete er die heutige Stiftung SOS. |
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Die Stiftung SOS Zehntenhof ist ein zuverlässiger Partner im |
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Behandlungsnetz des Kantons Thurgau. |